24 de noviembre de 2013

"Morbus hermeneuticus" - Herbert Schnädelbach: "Rückblick auf 40 Jahre Philosophie"

(Herbert Schnädelbach - © Karl Rahner Akademie Köln)




Con ocasión del 40º aniversario de la aparición de la revista "Information Philosophie", su nº 200 fue dedicado a una retrospectiva sobre la filosofía de estas últimas cuatro décadas (vid. editorial). Junto a otras aportaciones acerca de ámbitos específicos de los estudios filosóficos, entre otros, un texto de Bernhard Waldenfels sobre fenomenología ("Resultate und Potentiale phänomenologischer Forschung"), se publicó esta reflexión de Herbert Schnädelbach que presenta una perspectiva general de la filosofía. Un texto que está ahora disponible en la web de la revista.



En el artículo de Schnädelbach, además de presentar un interesante panorama de la disciplina académica de la filosofía en la universidad alemana, incide el autor en su tesis de lo que anteriormente y de manera polémica denominó "morbus hermeneuticus", aquella afección propia de la filosofía que consistiría en la reducción de la actividad filosófica a la "historia de la filosofía" y la "interpretación de textos".

"Ein solches Jubiläum ist Anlass genug für eine Rückschau auf das, was sich, seit es diese Zeitschrift gibt, in der Philosophie getan hat. Dies führt zunächst zurück in das Jahr 1972 und auf die Frage, wie sich damals die philosophische Szenerie dem Beobachter darstellte. An den meisten Universitäten waren die Philosophen vom Morbus hermeneuticus befallen, also einer Krankheit, die sich in der Reduktion des wissenschaftlichen Philosophierens auf Philosophiehistorie und Textinterpretation äußerte.
[...]

Noch in den 60er Jahren war ‚Phänomenologie‘ das Zauberwort für ein Philosophieren, das sich nicht mit historischer Philologie und auch nicht mit der bloß komplementären Begleitung der Wissenschaften im Sinn einer Metatheorie begnügen wollte. Die Leitfigur war hier Martin Heidegger, dem eine einmalige Selbstinszenierung als bedeutender originärer Denker gelungen war. Er hatte nicht nur seinen Lehrer Husserl, sondern auch andere vor ihm erfolgreich zu seinen Vorläufern herabgesetzt, und dieser Anschein wurde kräftig verstärkt durch die Gewalt seiner neuartigen Terminologie. So entstand der Eindruck, nur Heidegger verfüge über das einzig wahre phänomenologische Programm, und Husserl sei veraltet. Das NS-Regime, dem sich Heidegger bis 1934 verpflichtet hatte, befreite ihn zudem von den wichtigsten Konkurrenten um das phänomenologische Erbe. Die Werke Max Schelers, der bereits 1928 verstorben war, konnten nach 1933 in Deutschland nicht publiziert werden. Helmuth Plessner und Ernst Cassirer, die sich ebenfalls als Phänomenologen verstanden, wurden in die Emigration getrieben. Eine Ausnahme war Nicolai Hartmann, der bis 1945 relativ unbehelligt in Berlin lehrte und dann nach Göttingen wechselte, wo er 1950 starb; es war ihm aber nicht gelungen, sich gegen den Einfluss Heideggers durchzusetzen und eine breitere Wirkung er erzielen.

Die Lage der deutschen Philosophie im Jahr 1972 war zum einen bestimmt vom Reimport der von den Nazis vertriebenen Heidegger-Konkurrenten. Husserls Nachlass, der 1938 starb, war unter konspirativen Umständen in die Universität Löwen gebracht worden, und man begann 1950 seine sämtlichen Werke in der Reihe Husserliana herauszugeben. Dasselbe geschah mit den Schriften Schelers und Cassirers, was ihnen eine erneute Wirkungsgeschichte eröffnete. Zu erwähnen ist hier auch Karl Löwith, der von 1936 bis 1941 in Sendai (Japan) und dann bis 1952 in den USA lehrte und in diesem Jahr nach Heidelberg berufen wurde; er wurde dort zum wichtigsten Heidegger-Kritiker. Auch andere, die der NS zum Schweigen gebracht hatte, kehrten zurück. Sofort nach 1945 meldete sich Karl Jaspers wieder zu Wort, der seit 1937 Lehr- und Publikationsverbot erhalten hatte und 1945 mit seiner Frau nur knapp dem KZ entkommen war. Er zog es vor, 1948 nach Basel zu wechseln, von wo aus er nicht nur philosophisch, sondern auch politisch nachhaltig wirkte. Bereits 1951 war Max Horkheimer und kurz nach ihm auch Theodor W. Adorno nach Frankfurt am Main heimgekehrt, wo das als marxistisch verschriene Institut für Sozialforschung seine Arbeit wieder aufnehmen konnte. Die sogenannte „Frankfurter Schule“ sollte auch noch nach Adornos Tod im Jahr 1969 noch produktiv weiterwirken – vor allem durch Jürgen Habermas und seinen Kreis. Viele Emigranten hatten es vorgezogen, nicht nach Deutschland zurückzukehren...  Dass sie alle der alten Heimat ferngeblieben waren, behinderte aber nicht die Aneignung ihrer Ideen und Programme, die in den 60er Jahren einsetzte und somit zu der Komplexität der philosophischen Landschaft beitrug, die man 1972 antreffen konnte.

Die Zeit nach 1972 war zunächst geprägt von einem durchgreifenden Strukturwandel der Philosophie als Universitätsfach... 

Vid. H. Schnädelbach: "Rückblick auf 40 Jahre Philosophie" (Information Philosophie, 200/2012)

Vid. También: H. Schnädelbach: "Morbus Hermeneuticus. Thesen über eine hermeneutische Krankheit“ (1981), incluido en: "Vernunft und Geschichte. Vorträge und Abhandlungen", Frankfurt/M. 1987 -- Y la respuesta de J. Grondin a Schnädelbach: J. Grondin: "Ist die Hermeneutik eine Krankheit? Antwort auf Herbert Schnädelbach", en: "Zeitschrift für philosophische Forschung", Bd. 45/1991.

Véase por último el interesante artículo de Iñigo Galzacorta Muñoz: "¿Morbus hermeneuticus? Heidegger y la historia de la filosofía", en: Revista de filosofía, Vol 36/ 2011. (PDF)

Resumen

Herbert Schnädelbach ha señalado que la creencia en que filosofar consiste en leer obras de otros filósofos es la enfermedad filosófica contemporánea. Tomando a Heidegger como fuente principal de esta deriva hermenéutica del pensamiento contemporáneo, el trabajo examina a qué responde la confrontación heideggeriana con la historia de la filosofía. Más en concreto, se analiza cómo articula Heidegger en la segunda mitad de los años treinta su tesis según la cual comprender las dinámicas que gobiernan nuestro tiempo exige repensar a fondo la historia de la filosofía.



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